FUTUR4
mit Rimini Protokoll (Haug/Wetzel)
Was erwartet eine Generation von der nächsten? Welches Erbe wird übernommen? Lassen sich die Erfahrungen der Jugend heute überhaupt noch mit der Jugend vor 50 Jahren vergleichen? Und wie sieht es mit der Jugend in 50 Jahren aus?
Eine der beiden Protagonistinnen dieses dokumentarischen Stücks, kommt aus Siebenbürgen und wurde in den 1970er Jahren von der Bundesrepublik Deutschland aus Rumänien herausgekauft - „ohne Quittung“, ohne Option auf Rückkehr, von der eigenen Geschichte abgekoppelt. 50 Jahre und viele Wendepunkte später tritt sie auf der Bühne in einen Dialog mit einer KI-Expertin und verschiedenen Simulationen ihrer selbst - modelliert mit KI auf der Grundlage privater und historischer Daten. Eine erlebbare Science Fiction.
Aus den Mustern der Vergangenheit werden immer neue Zukünfte entworfen, die Erwartungen und Möglichkeiten gleichermaßen in Frage stellen.
Was macht das ‘Recht auf die eigene Vergangenheit und Geschichte’ (Herta Müller) mit der Gestaltbarkeit der Zukunft?
Was kann, was will die nächste Generation wissen? Wie wird sie sich in Beziehung setzen zu dem, was war? Wie kann sie sich daran messen lassen, wenn es näher rückt? Welche Wandlungsprozesse durchlaufen kulturelle Identitäten? Wie werden sie gestört, modifiziert, eingehegt?
Jeden Abend neu fräst sich das Stück weiter in eine Gegenwart, die bei den Aufführungen zuvor noch Zukunft war.
Mit: Ursula Gärtner, Xenia Klinge, Ursula_Bot
Konzept, Text & Regie: Helgard Haug und Daniel Wetzel
Dramaturgie: Christiane Kühl
Szenografie: Dominik Steinmann
Technische Leitung, Licht Design und show system design: Joscha Eckert
Video Design: Juan Pablo Gaviria Bedoya
Kostüm: Christine Ruynat
Sound Design: Peter Breitenbach
Künstlerische Mitarbeit Regie: Paula Holzhauer
Hospitanz: Milli Keil
Produktionsleitung & Mitarbeit Recherche: Lara Fischer
Fotos: Maximilian Borchardt